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CBS youtube video screen shot of the Greek fires.
26 Jul 2018

80 Tote bei den schlimmsten Waldbränden in Griechenland seit über einem Jahrzehnt

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Mindestens 80 Menschen, darunter viele Kinder, sind bei der großen Brandkatastrophe in Griechenland ums Leben gekommen. Die neue Zahl der Todesopfer übertrifft die von 2007, als 67 Menschen bei Waldbränden rund um die Insel Evia ums Leben kamen. Etwa 40 Menschen werden nach Angaben des Rettungsdienstes noch vermisst.

Die Behörden untersuchen, ob die Brände möglicherweise vorsätzlich gelegt wurden.

Nachdem eine Person ihren Verletzungen im Krankenhaus erlegen ist, ist die Zahl der Todesopfer der Brände auf 80 gestiegen. Die gestiegene Zahl der Todesopfer bedeutet, dass es sich um einen der tödlichsten Waldbrände in der Geschichte Griechenlands handelt.

Der Rettungsdienst setzt seine Sucharbeiten fort und erhält weitere Anrufe von Menschen, deren Angehörige vermisst werden.

Fahrzeugwracks und vom Feuer beschädigte Gebäude werden durchsucht.

Insgesamt wurden mehrere hundert Gebäude, vor allem in der Stadt Mati, von den Bränden verwüstet. Der Rettungsdienst schätzt die Zahl der Vermissten auf etwa 40 Personen. Es ist unklar, ob einige der Vermissten auch unter den Toten zu finden sind.

Heftige Kritik an der griechischen Regierung

Die Regierung sieht sich heftiger Kritik an ihrem Umgang mit der Rettungsaktion ausgesetzt. Viele Einwohner behaupten, dass kein Notfallplan in Kraft gesetzt wurde, als die Brände die Ferienorte am Meer erreichten.

Die Entwicklung der Brände ist besorgniserregend

Es wird befürchtet, dass die Brände möglicherweise von Kriminellen gelegt wurden, die verlassene Häuser plündern wollten.

"Ich bin sehr besorgt, dass alle Brände zur gleichen Zeit ausgebrochen sind", sagte Ministerpräsident Alexis Tsipras.

Der Ministerpräsident kündigte an, dass alle Rettungskräfte mobilisiert wurden, um die Brände zu bekämpfen, und kündigte eine dreitägige Landpflege an.

Innenminister Panos Skourletis sagte, dass die erste Priorität darin bestehe, ein Feuer zu löschen, das in Kineta, fünf Meilen von Athen entfernt, wütet.

Viele Menschen in den betroffenen Gebieten einige Kilometer östlich von Athen wurden mit Booten von den Stränden gerettet, wo sie vor den Flammen geflohen waren. Andere wurden tot in ihren Häusern oder Autos gefunden, und 26 Tote wurden in einem Restaurant am Meer gefunden.

"Mati gibt es nicht"

Winde von rund 28 Metern pro Sekunde (77mph) in der Stadt Mati verursachten eine rasche Ausbreitung des Feuers.

- Mati existiert nicht mehr, stellt der Bürgermeister der nahe gelegenen Stadt Rafinas, Evangelos Bournous, fest.

Nach seinen Angaben wurden in der Nacht zum Dienstag 82 Menschen ins Krankenhaus eingeliefert, und mehr als 1.000 Gebäude und 300 Autos wurden durch das Feuer beschädigt.

Mehrere Länder schickten Hilfe, um Griechenland bei der Bekämpfung der Brände zu unterstützen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte, dass die EU "in ihren Bemühungen, Griechenland und dem griechischen Volk zu helfen, nicht nachlassen wird".

Unterdessen berichteten die Rettungsdienste, dass sie mit Anrufen über vermisste Personen überhäuft werden. Obwohl keine offizielle Zahl bekannt gegeben wurde, sagte Ilias Psinakis, der Bürgermeister von Marathon, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass die Zahl der Opfer steigen werde.

"Leider steigt die Zahl", sagte er dem Fernsehsender Ant1. "Ich glaube, man hat heute fünf weitere Opfer gefunden - heute Morgen um 5 Uhr, als ich das Rathaus verließ, wurden 40 Menschen vermisst."

Mindestens zwei Drittel der Häuser im Bezirk Marathon, zu dem auch Mati, der am stärksten von den Bränden betroffene Küstenort, gehört, seien verbrannt, sagte er.

"Von den 1.900 Häusern in Mati und den 1.100 in Neo Voutzas müssen zwei Drittel verbrannt sein", sagte Psinakis. "Es sind Häuser, die nicht mehr bewohnbar sind."

Konstantin Michalos, Leiter der Industrie- und Handelskammer von Athen, sagte, dass die Brände durch starke Winde mit bis zu 77 Meilen pro Stunde verbreitet wurden, die von einer Minute zur nächsten ihre Richtung änderten.

Die wechselnden Winde machten die Rettungsarbeiten besonders schwierig.

Es handelt sich um die schlimmste Naturkatastrophe in Griechenland, seit Waldbrände im Jahr 2007 weite Teile des westlichen Peloponnes verwüsteten.

Bei den Bränden vor 11 Jahren kamen dreiundsechzig Menschen ums Leben, doch war damals ein viel größeres Gebiet betroffen.

Drei Tage Staatstrauer

Premierminister Alexis Tsipras hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Die Rettungsarbeiten werden voraussichtlich noch mehrere Tage andauern, wobei vier Löschflugzeuge aus Italien und 64 Feuerwehrleute aus Zypern im Einsatz sind.