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The floods in Spain during the second week of September 2019. Screen dump form The Guardian Youtube video report.
15 Sep 2019

Schwere Regenfälle töteten in ganz Spanien mehrere Zivilisten - Flughäfen und Schulen mussten geschlossen werden

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Mindestens fünf Menschen sind durch die schweren Regenfälle im Südosten Spaniens ums Leben gekommen. Autos wurden von den Fluten mitgerissen, Flughäfen und Schulen mussten geschlossen werden.

Am Freitag ereigneten sich mehrere Unfälle während des Unwetters. Ein Mann wurde getötet, als ein Autotunnel in der Stadt Almeria innerhalb weniger Minuten überflutet wurde, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Zwei weitere Personen, die sich in den Autos befanden, wurden von der Polizei gerettet, wie der Bürgermeister der Stadt, Ramón Fernández-Pacheco, mitteilte.

"Aber einer von ihnen blieb im Auto", sagte Fernández-Pacheco dem Radiosender Cadena Ser.

Ein weiterer Mann wurde getötet, als die Wassermassen das Auto, in dem er unterwegs war, wegspülten. Ein weiterer Mann wurde in dem Dorf Redován in Valencia tot im Freien aufgefunden, berichtet Reuters.

Anfang dieser Woche waren eine Frau und ihr Bruder ertrunken, als ihr Auto einige Kilometer südlich von Valencia von den Wassermassen mitgerissen wurde.

Höchste Alarmstufe

Die Küstenregionen von Murcia, Almería, Valencia und Alicante sind von den Regenfällen stark betroffen. In den beiden letztgenannten Provinzen galt am Freitag weiterhin die höchste Alarmstufe, nämlich Rot.

Drei Menschen konnten aus einem Fluss gerettet werden, wobei vier Polizisten verletzt wurden, berichtet der Rettungsdienst von Valencia.

In der am Fluss Clariano gelegenen Stadt Ontinyent sind 400 Millimeter Regen gefallen, so der Bürgermeister der Stadt, Jorge Rodríguez, der den Regensturm als "den schlimmsten aller Zeiten" bezeichnet.

Er fügte hinzu, dass er die Regierung bitten werde, Notfallgenehmigungen für die Stadt zu erteilen, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Dies würde nationale Ressourcen, Soforthilfe und langfristige Unterstützung für den Wiederaufbau der durch den Sturm beschädigten Gebäude freisetzen.

In der Stadt Murcia warnen die Behörden vor der Gefahr, dass der Fluss Segura, der durch das Stadtzentrum fließt, über die Ufer treten könnte. Die Polizei hat am Freitagnachmittag damit begonnen, Brücken über den Fluss zu schließen.

"Die Situation ist dringend"
Zahlreiche Straßen in den betroffenen Regionen sind wegen des Wetters unpassierbar, und die Flughäfen von Almería und Murcia wurden geschlossen. Auch die Schulen sind seit Donnerstag geschlossen, wovon Hunderttausende von Schülern betroffen sind.

3500 Menschen evakuiert

In Murcia haben die Behörden insgesamt 500 Personen an verschiedenen Orten evakuiert, und in Almería wurden 60 Personen von einem Campingplatz gerettet.

"Die Situation ist akut, die gesamte Gemeinde steht unter Wasser", sagte Mario Cervera, Bürgermeister der Stadt Alcazares, einer der am schlimmsten betroffenen Orte in Murcia, dem Fernsehsender TVE, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Nach Angaben von Innenminister Fernando Grande-Marlaska wurden insgesamt 3.500 Menschen evakuiert.

Einen Überblick über die materiellen Schäden gibt es noch nicht. Es wird jedoch befürchtet, dass der Agrarsektor stark betroffen ist. In Níjar in Almería sollen 200 Hektar mit u.a. Gewächshauskulturen betroffen gewesen sein.