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11 Feb 2026

Brüsseler Gipfel drängt auf Umstellung auf integriertes Risikomanagement bei Waldbränden

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Zusammenfassender Bericht - Hochrangiger Rundtisch zum integrierten Risikomanagement bei Waldbränden 
 

Brüssel, 30. Januar 2026

Zweck und Kontext

An diesem hochrangigen Rundtischgespräch nahmen europäische, nationale und regionale Interessenvertreter aus verschiedenen Bereichen und Sektoren teil, um einen strategischen Beitrag zur bevorstehenden Mitteilung der Europäischen Kommission über integriertes Management von Waldbrandrisiken zu leisten.

Die Diskussion, bei der das CTIF durch Tom Van Esbroeck (Belgien) vertreten war, befasste sich mit dem Waldbrandrisiko über den gesamten Zyklus des Katastrophenrisikomanagements, d.h. Prävention, Vorsorge, Reaktion und Wiederherstellung. Der Schwerpunkt lag auf dem Aufbrechen politischer Silos, der Stärkung der Prävention und der Angleichung von Umwelt-, Landnutzungs- und Katastrophenschutzpolitik. Der vorliegende Bericht fasst die Diskussion zusammen, die sich auf die folgenden drei zentralen Leitfragen konzentrierte.

 

Wie kann die EU einen wirklich ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung von Waldbränden entwickeln, der Prävention, Bereitschaft, Reaktion und Wiederherstellung in allen Politikbereichen umfasst?

Die Teilnehmer betonten, dass Waldbrände ein zunehmendes Risiko darstellen, das die nationalen Einsatzkräfte bereits heute teilweise überfordert und in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter zunehmen wird. Sie waren sich einig, dass ein Paradigmenwechsel von einem reaktionsorientierten Modell hin zu einem integrierten Risikomanagement für Waldbrände erforderlich ist, das den Schwerpunkt auf die Prävention legt. Waldbrände wurden durchweg nicht nur als Notfallereignisse, sondern als klimabedingte, gesellschaftliche und territoriale Risiken bezeichnet, die koordinierte Maßnahmen über mehrere Politikbereiche und Behörden hinweg im Sinne des regierungs- und gesellschaftsweiten Ansatzes der EU-Vorsorgestrategie erfordern.

Ein ganzheitlicher EU-Ansatz sollte sich auf gesunde, aktiv bewirtschaftete Landschaften als erste Verteidigungslinie stützen. Die Teilnehmer betonten die Rolle der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, der Beweidung, der diversifizierten Landnutzung, des Brennstoffmanagements und der Raumplanung bei der Verringerung der Brandintensität und -exposition. Brandresistente Landschaften wurden auch wegen ihrer positiven Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, den Wasserschutz, die Gesundheit, die Bioökonomie und die ländliche Vitalität anerkannt.

Die Politikgestaltung erwies sich als entscheidender Faktor. In vielen Beiträgen wurde die Notwendigkeit integrierter Governance-Modelle betont, die Umwelt-, Landwirtschafts-, Landnutzungs- und Zivilschutzbehörden systematisch miteinander verbinden. Der EU wurde eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung eines gemeinsamen strategischen Narrativs, gemeinsamer Grundsätze und Leitlinien zugeschrieben, während sie gleichzeitig Lösungen ermöglicht, die auf die verschiedenen regionalen ökologischen und sozioökonomischen Kontexte zugeschnitten sind.

Gemeinden und Bürger wurden wiederholt als wesentliche Akteure sowohl bei der Entzündung von Bränden als auch als Ersthelfer genannt. Die Stärkung lokaler Behörden, Landbewirtschafter, Landwirte, Freiwillige und Anwohner durch Aufklärung, Sensibilisierung, partizipative Risikoplanung und Anreize wurde als zentral für den Aufbau von Widerstandsfähigkeit angesehen. Mehrere Redner betonten, dass das Brandrisiko weitgehend vom Menschen bestimmt wird und dass neben technischen Lösungen auch das Verhalten, die Exposition und die Anfälligkeit berücksichtigt werden müssen.

Auf EU-Ebene bestehende Instrumente wie Bereitschafts- und Reaktionsregelungen im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens, Datenplattformen wie das Europäische Waldbrandinformationssystem, Schulungen, Frühwarnsysteme und Forschungsinitiativen wurden als wertvolle Grundlagen anerkannt und sollten weiter ausgebaut werden. Die Teilnehmer forderten jedoch eine stärkere Integration dieser Instrumente in den gesamten Risikomanagementzyklus und betonten, dass Investitionen in die Brandbekämpfung Hand in Hand mit der Prävention gehen müssen.

 

Welche wichtigen Veränderungen sind in den nächsten fünf Jahren in bestimmten Sektoren erforderlich?

In allen Sektoren betonten die Teilnehmer die Notwendigkeit von Investitionen in Prävention und Vorsorge.

In den Bereichen Landnutzung, Forst- und Landwirtschaft gehören zu den wichtigsten Änderungen die Verankerung von Zielen zur Verhütung von Waldbränden in der Gesetzgebung und im Finanzierungsrahmen, der Umgang mit der Aufgabe von Flächen und die wirtschaftliche Rentabilität der Land- und Forstwirtschaft. Landwirte, Waldbesitzer und lokale Gemeinschaften wurden als unverzichtbare Partner hervorgehoben, da sie eine wichtige Rolle bei der Landschaftspflege spielen und häufig als Ersthelfer tätig sind. Die Verknüpfung von Umweltambitionen und praktischer Brennstoffbewirtschaftung wurde als wesentlich angesehen.

Im Bereich des Katastrophenschutzes und der Notfallmaßnahmen erkannten die Teilnehmer große Fortschritte auf EU-Ebene an, warnten jedoch davor, dass die Reaktionssysteme durch gleichzeitige und extreme Ereignisse zunehmend überfordert sind. Im Rahmen eines integrierten Ansatzes muss die Stärkung der Kapazitäten zur Bekämpfung von Waldbränden, auch im Rahmen von rescEU und durch die Vorhaltung von Feuerwehrleuten in Hochrisikogebieten, Hand in Hand gehen mit einer verstärkten und besser koordinierten Vorbeugung, der Analyse und dem Lernen nach Bränden, einer verbesserten Früherkennung, dem Zugang zu Wasserressourcen sowie der Ausbildung und dem Austausch zur Unterstützung des gegenseitigen Lernens aus bewährten Verfahren.

Im Bereich Governance und Planung forderten die Teilnehmer Leitlinien auf EU-Ebene, den Austausch bewährter Praktiken, lokal definierte Ziele und Indikatoren sowie flexiblere Finanzierungsinstrumente, die langfristige, ortsbezogene Präventionsmaßnahmen ermöglichen. Lokale und regionale Behörden wurden als zentrale Akteure im gesamten Zyklus bezeichnet, die stärker unterstützt werden müssen.

In den Bereichen Bildung, Forschung und Daten betonten die Teilnehmer, dass das Wissen bereits vorhanden ist, aber nur unzureichend skaliert oder operationalisiert wird. Die Daten der verschiedenen Akteure, einschließlich der Versicherer, könnten besser integriert werden, um die Risikobewertung und die Entscheidungsfindung zu verbessern. Die Ausbildung junger Menschen und das Angebot von Lern- und Austauschmöglichkeiten wurden als wichtige Wege zum Aufbau von Kapazitäten genannt.

Der Einsatz von Technologie, einschließlich künstlicher Intelligenz, kann die verschiedenen Phasen des Waldbrandmanagementzyklus ebenfalls unterstützen.

Welches sind die Haupthindernisse, die die Sektoren daran hindern, beim Risikomanagement von Waldbränden wirksam zusammenzuarbeiten?

Die Diskussion ergab, dass die Fragmentierung in Bezug auf Zuständigkeiten, Finanzierungsströme und rechtliche Rahmenbedingungen das größte Hindernis darstellt. Politische Silos zwischen Umwelt, Landwirtschaft, Landnutzung und Katastrophenschutz behindern einen ganzheitlichen Ansatz zusätzlich. Kurzfristige Finanzierungszyklen und krisenbedingte politische Prioritäten begrenzen nachhaltige Investitionen in die Prävention und damit deren Wirksamkeit. Darüber hinaus betonten die Teilnehmer das Fehlen eines Status und von Freistellungsregelungen für Freiwillige, was die Möglichkeit spontaner Freiwilligenarbeit in Notsituationen behindert.

Abschließende Beobachtungen

Die Teilnehmer des Rundtischgesprächs waren sich einig, dass ein integrierter europäischer Ansatz für das Risikomanagement bei Waldbränden erforderlich ist, der den gesamten Zyklus des Katastrophenrisikomanagements - Prävention, Vorsorge, Reaktion und Wiederherstellung/Wiederaufbau - umfasst. Die Teilnehmer stimmten weitgehend darin überein, dass die EU als Rahmen fungieren sollte, der eine strategische Ausrichtung, Anreize und Kohärenz bietet und gleichzeitig die regionale Vielfalt und die lokale Führung respektiert.

Die Diskussion bildete den Auftakt zu einem kontinuierlichen politischen Dialog. Kontinuierliches Engagement, Lernen und Zusammenarbeit über Sektoren und Verwaltungsebenen hinweg wurden als wesentlich angesehen, um die wachsende Herausforderung zu bewältigen, vor der Europa durch Waldbrände steht.


Bildnachweis: Ausgeführt von Microsoft Co-Pilot nach einer Eingabeaufforderung von Bjorn Ulfsson.

 

 

Liste der Teilnehmer

Liste der bestätigten Teilnehmer (17)

EU-Institutionen/Einrichtungen

  • Herr Francesco CARTERI, Mitglied des Kabinetts des Präsidenten, Europäischer Ausschuss der Regionen

  • Herr Stoyan TCHOUKANOV, Vorsitzender der Fachgruppe NAT, Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss

  • Herr MdEP Gregory ALLIONE, Gruppe Renew Europe (Frankreich), Mitglied des ENVI-Ausschusses des Europäischen Parlaments

Die Mitgliedsstaaten

  • Herr Dr. Tiago M. OLIVEIRA, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Integrierten Agentur für ländliches Feuermanagement, Portugal

  • Herr Prof. George BOUSTRAS, Sonderberater für Katastrophenschutz und Krisenmanagement des Präsidenten der Republik Zypern; UNESCO-Lehrstuhl für Katastrophenvorsorge und gesellschaftliche Sicherheit im südlichen Mittelmeerraum, Europäische Universität, Zypern

  • Luigi D'ANGELO, Direktor des Amtes für Notfallmanagement, Abteilung Katastrophenschutz, Italien

  • BG Roman HLINOVSKÝ, Internationale Zusammenarbeit, GD Feuerwehr und Rettungsdienst der Tschechischen Republik

Regionen

  • Antoni TRASOBARES RODRIGUEZ, Direktor, Institut CTFC (Wissenschaft für Forstwirtschaft, Biodiversität und Bioökonomie), Regierung von Katalonien, Spanien

Ersthelfer

  • Herr Kolonel Tom VAN ESBROECK, CTIF (Internationaler Verband der Feuerwehren und Rettungsdienste), Belgien

Wissenschaftliche Gemeinschaft

  • Frau Dr. Claudia BERCHTOLD, Koordinatorin Nachhaltige Transformation & Risikominderung, Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE), Deutschland

  • Frau Prof. Cathelijne STOOF, Wissenschaftliche Direktorin PyroLife Innovative Training Network, Universität Wageningen, Niederlande

Landeigentümer

  • Herr António Paula SOARES, Vizepräsident, CEPF (Verband der europäischen Waldbesitzer)

  • Javier EZQUERRA BOTICARIO, Dienstleistungskoordinator bei der Generaldirektion für Naturerbe und Forstpolitik, Regierung von Castilla y León, Spanien, Mitglied von EUSTAFOR (Europäischer Staatsforstverband)

  • Frau Elli TSIFOROU, Generalsekretärin, COPA-COGECA

NGOs

  • Frau Gabriella CIVICO, Direktorin, Zentrum für Europäische Freiwilligenarbeit.

Versicherungsgesellschaften

  • Herr Nicolas JEANMART, Versicherung Europa

Internationale Organisationen/UN

  • Herr Sebastien PENZINI, Stellvertretender Leiter des Regionalbüros für Europa und Zentralasien, UNDRR (Büro der Vereinten Nationen für die Verringerung von Katastrophenrisiken)